Hanf: Zu unrecht verteufelt

Pflanze Hanf

Warum ist Hanf eigentlich so verpönt? Die Pflanze hat der Menschheit einen großen Nutzen gebracht. Hanf gehörte zu den weltweit wichtigsten Nutzpflanzen und wurde irgendwann nur noch in die Schubladen der Illegalität und des Drogenkonsums gesteckt. Dabei wurde die robuste Faser vom Hanf zu Papier, Seilen, Textilien, Segeltuch und vielem mehr verarbeitet.

Hanföl und Hanfsamen zählen zu den gesündesten Lebensmitteln und Blüten sind sogar wertvolle Medizin. Hanf erlebt derzeit ein Comeback und hier ist nicht gemeint, dass mehr Drogensüchtige Cannabis konsumieren. Vielmehr wird THC-freies CBD zur Förderung der Gesundheit angeboten und Hanf als Nutzpflanze rückt weiter in den Mittelpunkt der Diskussion, wenn es um den Umweltschutz und nachwachsende Ressourcen geht.

Hanf-Fans fragen sich zurecht, weshalb die Pflanze, die vom Stengel bis zum Samen Verwendung findet, solch einer Bekämpfung ausgesetzt ist. Viele Mediziner sprechen sich mittlerweile für die Nutzung von Hanf zu medizinischen Zwecken aus und sie empfinden es als scheinheilig, dass Cannabis nicht von jedem, der sich eine Besserung seiner gesundheitlichen Einschränkungen verspricht, frei genutzt werden darf. Letztlich richtet der Konsum von Alkohol weltweit einen größeren Schaden im Körper der Menschen an, als es Cannabis je könnte.

Bauern sehen in der Nutzpflanze Hanf eine gute Alternative zur Baumwolle. Die Faser ist stabil (sogar drei Mal stärker als Baumwolle). Und auch die Druckindustrie ist begeistert. Hanf braucht nur 120 Tage bis zur Ernte und die Fasern lassen sich hervorragend zu Papier verarbeiten. Es bräuchte somit keine jahrhunderte alten Bäume, um Papier herzustellen. Der schnell nachwachsende Rohstoff Hanf dient sogar als Baustoff in der Bauindustrie und wer einen Blick in die Vergangenheit wirft, erfährt, dass Henry Ford im Jahre 1941 ein Fahrzeug aus Zellulose-Fasern, Hanf, Sisal und Weizenstroh baute. Und es sollte mit Hanföl betrieben werden.

Rund um den Globus wären viele Bauern bereit auf Hanf umzusteigen, denn im Gegensatz zur Baumwolle ist Hanf pflegeleichter und benötigt nicht so viel Chemie. Doch Industrie und Politik sträuben sich. Hanf-Farmerin Patsy Harmsen bringt die Zurückhaltung auf den Punkt: „Es gab verschiedene gute Gründe für den Niedergang der Hanf-Industrie. Aber heute gibt es eigentlich nur noch einen plausiblen Grund. Die althergebrachten Geschäftsinteressen der heutigen Industrien. Sie wollen kein Hanf-Revival, weil sie den Wettbewerb mit dem Öko-Produkt Hanf scheuen.“ (Quelle: „Hanf-Doku: Das Milliarden-Dollar-Kraut“).

Wie so oft sind es scheinbar auch hier kommerzielle Gründe, die zu einem Verbot des Hanf-Anbaus führten. Doch immer mehr Mediziner, Agrarwissenschaftler, Unternehmer und Enthusiasten setzen sich für eine legale Rückkehr des Hanfes ein. Hanf ist weitaus mehr als die Droge. Hanf ist daher zu unrecht verteufelt.

Bild: pixabay.com

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