Cannabis: Legal oder illegal – das gilt es zu wissen

Cannabis: Legal oder illegal

Seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben. Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe von Cannabis sind die Cannabinoide Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Sie können schmerzlindernd, entzündungshemmend, appetitanregend und krampflösend wirken, so dass Cannabis als Ausnahme-Medikament vor allem den Patienten verschrieben wird, die schwer erkrankt sind, bei denen keine andere Therapieform (mehr) anschlägt und die unter chronischen starken Schmerzen leiden.

Die Verschreibung von Cannabis-Arznei durch Ärzte ist in den letzten Monaten stark angestiegen. Medizinisches Cannabis wird vor allem in Form von Öl oder Kapseln eingenommen, da die Dosierung hier überschaubarer ist, als bei der Verwendung von Blüten. Patienten erhalten ihr Rezept vom Arzt und bekommen ihren Cannabis-Bedarf in der Apotheke.

Um zu verstehen, weshalb das eine Cannabis nur von Ärzten verschrieben werden darf und das andere Cannabis frei verkäuflich ist, müssen wir uns die Inhaltsstoffe einmal genauer ansehen.

THC und CBD – was ist das?

Die Cannabispflanze produziert über 700 Inhaltsstoffe, von denen THC und CBD am bekanntesten sind. Die beiden Abkürzungen THC und CBD stehen für Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol und über diese Begriffe stolpert jeder, der sich mit der Wirkung von Cannabis auf den menschlichen Körper beschäftigt. THC und CBD gehören zu den Cannabinoiden. Das in Cannabis enthaltene THC ist für den typischen Cannabis-Rausch zuständig. Es stimuliert Teile im Gehirn und setzt Dopamin frei, so dass ein Gefühl von Euphorie und Wohlbefinden entsteht. Außerdem entspannt es die Nervenzellen und Muskeln und wirkt so beruhigend auf den Körper und den Geist. Durch diese Wirkung kann THC Symptome wie Schmerzen und Entzündungen lindern. Da THC reichhaltiges Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es in Deutschland und in vielen anderen Ländern verboten.

Ist Cannabis legal oder illegal?

Neben dem THC enthält Cannabis auch das Cannabinoid CBD. Dieses verursacht keine psychoaktive Wirkung und macht somit nicht high. Und genau wegen seiner nicht-psychotropen Eigenschaften, aber seiner durchaus gesundheitsfördernden Wirkung, ist CBD legal. CBD wird heute bei der Behandlung unzähliger gesundheitlicher Herausforderungen erfolgreich angewendet und findet daher immer mehr Befürworter, die keine schulmedizinischen Medikamente einnehmen wollen oder hier bisher keine wirksame Verbesserung ihrer Beschwerden erfahren haben.

Cannabis war viele Jahre aus den Medizinschränken der Bevölkerung verschwunden. Das liegt wohl unter anderem daran, dass die heutige Medizin immer neue Verfahren zur Krankheitsbekämpfung etabliert hat und die Pharmaindustrie immer mehr Medikamente entwickeln ließ und auf den Markt gebracht hat.

Kann es tatsächlich sein, dass eine Pflanze sowohl legal als auch illegal ist? Ja, denn Cannabis kann sowohl als erlaubter Hanf als auch als unerlaubtes Marihuana konsumiert werden. Da CBD-Produkte – also jene ohne THC – als Kosmetik (CBD-Cremes, etc.) oder als Nahrungsmittel (CBD-Öl) eingestuft sind, dürfen sie in Deutschland und vielen anderen Ländern verkauft und gekauft werden.

Merke: CBD gilt vor dem Gesetzgeber als nicht psychoaktiv und fällt somit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Es wird strikt vom berauschend wirkenden THC abgegrenzt.

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