Handel mit medizinischem Cannabis – worauf ist zu achten?

Handel mit medizinischem Cannabis

Wer in Deutschland mit medizinischem Cannabis handeln will, muss mindestens bis 2020 auf Importe zurückgreifen. Der Grund: Auch wenn die gesetzlichen Vorschriften für die Bereitstellung von Cannabis-Präparaten für Schwerkranke durch die Gesetzesnovelle gelockert wurden, bleibt der Eigenanbau von Cannabis in unserem Land selbst zu medizinischen Zwecken nach wie vor verboten, so dass die hohe Nachfrage durch Importe – im wesentlichen aus den Niederlanden, aber auch aus Kanada – gedeckt werden muss.

Beim Handel mit medizinischem Cannabis gibt es einiges zu beachten

Erst 2020 wird sich das, wenn auch nur eingeschränkt, ändern. Denn nachdem die neu eingerichtete und in das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingebettete „Cannabisagentur des Bundes“ erst 2018 das Ausschreibungsverfahren für die Vergabe von Lizenzen für den Anbau von medizinischem Cannabis eröffnet hatte, steht jetzt lediglich fest, dass es vom kommenden Jahr an in Deutschland mindestens drei staatlich lizensierte Cannabisproduzenten geben wird. Da die ausgeschriebene Produktionsmenge jedoch nur 10,4 Tonnen in vier Jahren, also 2,6 Tonnen jährlich beträgt, der erwartete Bedarf jedoch weit höher liegt, dürfte Deutschland auch weiterhin von Cannabis-Importen abhängig bleiben.

Für den Import und Vertrieb von Cannabis gelten strikte gesetzliche Richtlinien

So müssen deutsche Unternehmen, die Cannabis importieren oder vertreiben, zwei Gesetze beachten – denn bei medizinischem Cannabis handelt es sich einerseits um ein Betäubungsmittel nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), andererseits aber auch um ein Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz (AMG). Infolgedessen sind die Vorschriften hinsichtlich Import, Vertrieb und das Produkt an sich sehr streng und müssen unbedingt beachtet werden, schließlich drohen insbesondere bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz schwere strafrechtliche Maßnahmen bis hin zum Freiheitsentzug. Für Gründer deutscher Cannabis-Startups gilt also grundsätzlich, sich vorab gut zu informieren – und zu wissen, was in ihrem Fall zu beachten ist.

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