Twenty21: Europas größte Studie mit Cannabis-Patienten

Es ist das erste europäische Patientenregister für medizinisches Cannabis und die bislang größte Studie dieser Art überhaupt, welche im Auftrag von Drug Science, Großbritanniens führendem unabhängigem wissenschaftlichen Gremium für Drogen, im Dezember 2019 unter dem Namen „Twenty21“an den Start ging.

 

Mehr Evidenz für die Wirksamkeit in 7 Anwendungsbereichen

Ziel von Twenty21 ist es, die Daten von 20.000 Patienten zusammenzutragen, welche unter chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose oder Epilepsie, einer Angst- oder posttraumatischen Belastungsstörung, dem Tourette-Syndrom oder einer Suchterkrankung leiden und bei denen eine alternative Therapierung bereits fehlgeschlagen ist, die sich jetzt aber durch die Behandlung mit medizinischem Cannabis eine Besserung ihres Krankheitsbildes erhoffen.

Nach Aussage von Drug Science ist Twenty21 keine randomisierte kontrollierte Studie, bei der einige Patienten Placebo erhalten, sondern basiert allein auf Real World-Daten, mit deren Hilfe ausreichend Nachweise für die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis erbracht und die Beleglage derart verbessert werden soll, dass nicht nur Ärzte mehr Vertrauen in diese Behandlungsform gewinnen, sondern auch der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) Großbritanniens von der therapeutischen Wirkung von medizinischem Cannabis überzeugt wird und in Zukunft bereit ist, die Behandlungskosten zu übernehmen.

 

Hoffnung auf Verbesserung der Verschreibungssituation

Letzteres ist bislang nämlich nicht der Fall: Nach Aussage von David Nutt, Psychopharmakologe und Leiter von Twenty21, ist medizinisches Cannabis nicht nur in Großbritannien für zu viele Patienten immer noch unerreichbar. So unerreichbar, dass sie entweder unbehandelt bleiben, sich aufgrund der Kosten für private Rezepte verschulden oder kriminalisiert werden, weil sie sich gezwungen sehen, das Cannabis auf dem Schwarzmarkt zu erwerben. Für David Nutt ein unhaltbarer Zustand, der sich nur durch die Verbesserung der Verschreibungssituation ändern wird – und damit eine Studie wie Twenty21 dringend nötig macht.

Bild:

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.