Wut: Nicht mehr aus der Reserve locken lassen

Wer im Internet den Begriff „Wut“ eingibt, der findet folgende Definition: „Wut ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion, die durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung – etwa eine Kränkung – ausgelöst wird. Wut ist heftiger als Ärger und schwerer zu beherrschen als Zorn.“ In ganz vielen Menschen steckt das Gefühl der Wut tief im inneren Kern des Körpers (und des Geistes) verankert.

Die Wut kann aus Kindertagen stammen, kann sich aus der Unzufriedenheit des Alltags entwickeln oder sie ploppt immer genau dann auf, wenn eine andere Person die Knöpfe drückt, die einen in Rage bringen. Wer das Gefühl hat, dass ihn andere Menschen permanent wütend machen, kann sich selbst helfen. Er muss die Wut nicht hinunter schlucken. Unterdrückte Wut kann krank machen. Ratsamer ist es, einen Weg zu finden, wie man besser mit seiner Wut umgehen kann.

Wer sich schnell von anderen Menschen auf die Palme bringen lässt, kann hier ganz gezielt gegensteuern. Oft reichen ein Wort, eine kurze Bemerkung oder eine Handlung, die Wut entfachen lässt. Und platzt uns dann der Kragen, dann ärgern wir uns häufig über uns selbst und verstehen nicht, wie es eine Person geschafft hat, uns so wütend zu machen. Gehen wir anders mit unserer Wut um, dann wird es kein anderer mehr schaffen, uns so zu provozieren.

Wut bekämpfen

Eine wirkungsvolle Übung ist, sich selbst zu beleidigen. Hierzu stellt man sich vor einen Spiegel und wirft seinem Spiegelbild übelste Schimpfwörter zu („Du bist ein Looser“, „Blödmann“, „Du bist doof!“ und so weiter…). Im ersten Moment kommt einem dieses Verhalten vielleicht komisch vor, doch es ist wichtig, um sich gegen Anfeindungen anderer zu wappnen. Denn wer sich selbst beschimpft, hat dem anderen bereits den Wind aus den Segeln genommen. Nach dem Motto: Schlimmer als meine eigenen Beschimpfungen können andere nicht mehr auf mich einhacken. Allerdings muss man sich von den Selbstbeschimpfungen frei machen. Man darf nicht glauben, was man sich da an den Kopf wirft. Daher lautet die nächste Übung: Achte auf deine Gefühle. Welche Gefühle kommen hoch, wenn das Spiegelbild Beschimpfungen empfängt?

Die nächste Übung sieht vor, dass in dem Moment, in dem man sich von der anderen Person angegriffen fühlt (das gilt auch für das Spiegelbild) gedacht wird: „Ich mag dich trotzdem!“ Wer auf eine aggressive, unfaire und cholerische Person trifft, die nur darauf wartet, sich bei einem zu entladen, denkt einfach: „Ich mag dich trotzdem!“ Die gleiche Vorgehensweise klappt auch, wenn einen die Person unbeabsichtigt durch eine Äußerung oder Handlung so wütend macht, dass man merkt, wie das Gefühl der Wut im Körper aufsteigt. Denke dann immer: „Ich mag dich trotzdem!“

Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen uns andere Menschen wütend machen. Sei es mit Absicht oder allein durch die Tatsache, dass sie bei uns einen wunden Punkt getroffen haben, der uns triggert. Wir müssen nicht explodieren, wir müssen die Wut aber auch nicht wegdrücken. Wir bleiben einfach gelassen – und lassen uns nicht von anderen provozieren.

Bild: unsplash.com

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